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Mittwoch, 30. September 2015

TrollfesT - Brumlebassen (2012)


01. Brumlebassen 05:38
02. Böse Tivoli 04:08
03. Illsint 03:06
04. Hevlette 01:49
05. Finsken, Norsken og Presten 04:32
06. Mystisk Maskert 01:45
07. Apis Mellifera 04:33
08. Trinkentroll 03:09
09. Verboten Kjærleik 04:04
10. Bråk 04:13
11. Sellout 04:31
12. Rundt Bålet 02:00
13. Konterbier (Bonus Track) 04:35





Ok, hier also meine neuesten Vorschläge, um Trollfest in irgendein Genre zu pressen: Balalaikacore, Kirmes Metal oder vielleicht auch Drumdidödeldings.

Ich will gar nicht wissen, wie viele schunkelwütige Methorn-Schwenker bei dem Album noch ein zweites Hörnchen unterm Kilt bekommen, aber bis auf leichte Ausnahmen zischt "Brumlebassen" einfach nur an mir vorbei. Was man mit Akkordeon-Klängen, Balalaika und billigen Keyboards alles anstellen kann und wie man damit eine besoffene Meute zum schunkeln bringt, haben uns schon diverse Bands vor Augen geführt.

Trollfest schroten zwischen all dem lustigen Trallala auch immer mal wieder auf's derbste drauf los und geben somit eine spieltechnische Rechtfertigung ab. Aber deswegen sollte man dennoch versuchen, den Song nicht aus den Augen zu verlieren. Ich will den Finnen den Spaß an der Sache gar nicht absprechen, aber was brauch ich denn ne Volksmusiknummer wie "Hevlette", den Lagerfeuer-Stuss "Mystisk Maskert" oder ähnlich grenzdebile Intros und Outros zu diversen Songs.
Ohne den entsprechenden Alkoholgehalt fällt es schon schwer, das Album in einem Rutsch durchzuhören. Da macht es ein schiefes Saxophon-Solo in "Finsken, Norsken Og Presten" nicht besser. Bis zum richtig guten "Apis Mellifera" durchzuhalten, erfordert schon einiges an Leidensfähigkeit. Dabei werden die Songs in der zweiten Hälfte des Albums deutlich besser und strukturierter.

Den ersten Schritt in diese Richtung macht das akustische "Verboten Kjærleik", ob man jetzt auf die Balkanromantik steht, oder nicht. Noch schizophrener wird mit dem ironisch betitelten "Sellout". Hier muss man wirklich den Hut vor den Jungs ziehen. Die Trolle können nämlich tatsächlich in allen Bereichen gute Musik machen, so sie denn wollen. Sogar mit weiblichem Gastgesang von Tristanias Mariangela.

Das passt zwar vorne und hinten nicht mit dem Material zusammen, das einem auf dem Rest von "Brumlebassen" um die Ohren fliegt, aber so sind die Trolle nun mal. Irgendwie einzigartig, irgendwie schräg, irgendwie nervtötend, aber irgendwie auch einfach geil. (laut.de)

Korpiklaani - Manala (2013)


 1. Kunnia
2. Tuonelan Tuvilla
3. Rauta
4. Ruumiinmultaa
5. Petoeläimen Kuola
6. Synkkä
7. Ievan Polkka
8. Husky-Sledge
9. Dolorous
10. Uni
11. Metsälle
12. Sumussa Hämärän Aamun
13. Soil Of The Corpse





 Seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums “Spirit Of The forest” im Jahr 2003 haben sich KORPIKLAANI zielstrebig den Weg an die Spitze ihrer Szene erspielt. Ganz gleich, ob man die frühen Werke wie “Voice Of Wilderness” (2005), “Tales Along This Road” (2006) und “Tervaskanto” (2007) betrachtet, oder sich die Scheiben der Nuclear-Blast-Ära - namentlich “Korven Kuningas” (2008), “Karkelo” (2009) und “Ukon Wacka” (2011) – zu Gemüte führt: Man wird immer zum Schluss kommen, dass KORPIKLAANI ihren ureigenen Stil geschaffen haben! Die einmalige Mischung aus althergebrachten Folk-Klängen und unvergleichlichen Party-Hymnen à la `Vodka´, `Beer Beer´ oder `Tequila´ lässt es für jeden Liebhaber hochklassiger handgemachter Musik unmöglich werden, sich ihrer nahezu magnetischen Anziehungskraft zu widersetzen.

Jetzt, etwa eineinhalb Jahre nach dem Erscheinen ihres letzten Werks, kehren die Arbeitstiere aus ihrem geheimen Refugium inmitten der Wälder Finnlands zurück, um uns auf eine faszinierende Reise in die Unterwelt zu entführen. Gemeinsam mit Neuzugang Tuomas Rounakari, der die Nachfolge des ehemaligen Fiedlers Jaakko Lemmetty antritt und bereit ist, die Hörer mit seinen grandiosen Geiger-Fähigkeiten zu beeindrucken, präsentieren KORPIKLAANI voller Stolz „Manala“ – das achte Studioalbum ihrer Karriere. Durch Jonnes Zusammenfassung der Story lässt sich ein erster Eindruck des hochspannenden Albenkonzepts erhaschen: „`Manala´ ist das Reich der Toten – die Unterwelt in der finnischen Mythologie. Dieser Ort ist aus dem finnischen National-Epos Kalevala bekannt, auf dem viele unserer neuen Songs basieren. Im 16. Gedicht der Kalevala, genannt Väinämöinen, reist ein schamanistischer Held in die Manala, um Wissen über die Toten zu erwerben. Auf seiner Reise trifft er auf die Fährfrau – ein Mädchen,Tuonen tytti oder Tuonen pjika (Magd des Todes) genannt, das ihn über den Fluss Tuoni bringt. Jedoch stößt er auf der Insel Tuoni nicht auf die Zauber, die er dort zu finden gehofft hatte, und kann nur knapp entkommen. Fortan verflucht der Schamane jeden Lebenden, der versucht, die Unterwelt zu betreten.“

Als besonderes Geschenk für alle Fans außerhalb ihres Heimatlandes werden KORPIKLAANI die originale, finnische Edition von “Manala” zusammen mit einer Bonus-CD veröffentlichen, die das gesamte Album in englischer Version enthält. Haltet eure Stirnlampen bereit – am 3. August 2012 brechen wir gen Unterwelt auf! (nuclearblast.de)



Trollfest - En Kvest for de Hellige Gral (2011)


1. Die Verdammte Hungersnot
2. Karve   
3. Die Berüchtiges Bande
4. Gjetord
5. Der Sündenbock Gegalte
6. Korstog
7. Undermålere
8. Jevnes Med Jorden
9. En Gammel Trollsti
10. Epilog


Normalerweise kann ich mit all diesen Wald- und Wiesen Paganisten so Null Komma Nüsse was anfangen, es gibt sie aber gelegentlich, diese Silberstreife am Horizont. Einer davon nennt sich TROLLFEST und bei den Norwegern steckt der Teufel schon in der Selbstdefinition, behaupten die fünf Waldschrate doch glatt „True Norwegian Balkans Black Metal zu fabrizieren. Und das Beste daran: Die Stilbeschreibung trifft den vor Humppa nur so glühenden Nagel tatsächlich auf den Kopf. Zuweilen hat man bei dieser Suche nach dem heiligen Gral doch tatsächlich das imaginäre Bild von einer Black Metal angehauchten Folk/Pagan Band vor Augen, die mitten im Istanbuler Bazar ihre Instrumente ausgepackt hat um die in diesem Winkelwerk dahin huschenden Menschen völlig in ihren Bann zu ziehen.

Die Trolle jedoch gehen sogar noch weiter, noch tiefer in den Orient hinein, schrecken aber auch nicht vor der spanischen Folklore zurück, wie das wirklich süchtig machende „Karve“ eindrucksvoll unter Beweis stellt. Aber auch der Rest der vierzig Minütchen hat an Kurzweil und Zerstreuung allerlei zu bieten, die mittlerweile zum Sextett erweiterten Norweger, allesamt Spaßbacken bis zum geht nicht mehr, saufen, huren und schabernacken sich durch ihre Songs, musikalisch gesehen sind die Trolle aber äußerst kompetent und gerade die teils sogar hasserfüllten Vox vom (Ober)-Trollmannen würzen die Geschichte mit einer mehr als gesunden Portion Härte.

Fazit: Wer’s so richtig abwechslungsreich mag, dabei auf eine latent in den Black Metal zielende Stimme nicht verzichten möchte und obendrein mit diesen wirklich punktiert verwendeten fremdartigen Einflüssen gut umgehen kann, der wird im neuen TROLLFEST Album DIE Partyscheibe des Jahres gefunden haben, aber auch jene Zeitgeister, die sich einfach nur unbeschwert berieseln lassen wollen, sollten hier ein Ohr riskieren. Lediglich der Schelm mag hier denken, dass ROCK THE NATION sich diese Band nur deswegen auf ihr Hauslabel gezogen haben, damit die anstehenden Heiden- Pagan- oder was weiß ich wie man die Waldschratfeste noch nennen könnte, auch in Zukunft gut bestückt sind …